Wissen was nutzt: Schlagen Sie Ihr Medizin-Thema für HTA-Berichte vor!

 ortsunabhängig
Welche Vor- und Nachteile hat eine Untersuchungs- oder Behandlungsform?

Projektinformationen

Bürgerbeteiligung, Deutschland, Medizin, evidenzbasierte, Gesundheitswesen, Nutzenbewertung, medizinische

Kontakt

Susanne Breuer
presse [at] iqwig.de

Institution

IQWiG - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
Projektzeitraum ab: 
19.07.2016
Zielgruppe: 

Ort

ortsunabhängig
Tätigkeiten: 
technischer Anspruch: 
Analoger Typ
Weitere Informationen: 
Das IQWiG stellt Medizin auf den Prüfstand (www.iqwig.de). Als unabhängiges wissenschaftliches Institut untersucht das IQWiG den Nutzen und den Schaden von medizinischen Maßnahmen für Patientinnen und Patienten. Über die Vorteile und Nachteile von Untersuchungs- und Behandlungsverfahren informieren wir in Form von wissenschaftlichen Berichten und allgemein verständlichen Gesundheitsinformationen.

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Worum geht es in dem Projekt konkret?

Was bringt eine Untersuchungsmethode wirklich? Welche Vor- und Nachteile hat eine bestimmte Behandlungsform? Sie suchen nach Antworten auf solche Fragen und finden keine? Dann schlagen Sie beim ThemenCheck Medizin Ihr Thema vor, das wissenschaftlich untersucht werden sollte - um Ihre Fragen zu beantworten. Das IQWiG wählt aus den Vorschlägen der Bürgerinnen und Bürger Themen für sogenannte HTA-Berichte aus, wissenschaftliche Bewertungen von medizinischen Verfahren und Technologien (= Health Technology Assessment).

Wie können Bürger mitforschen?

Bürger und Bürgerinnen können medizinische Themen vorschlagen, zu denen sie umfassende und verständliche Informationen zum Stand der Forschung wünschen. Themen von HTA-Berichten, also Bewertungen von Gesundheitstechnologien, können Untersuchungsverfahren und Behandlungsmethoden sein. Sie sollen Fragen beantworten wie: Was sind medizinische Vor- und Nachteile eines Verfahrens? Ist es besser als bisherige Verfahren? Welche Kosten sind damit verbunden? Sind ethische oder rechtliche Aspekte zu beachten? Hat das Verfahren gesellschaftliche Auswirkungen? Grundsätzlich sind alle Themen geeignet, die die Gesundheitsversorgung betreffen: von Vorsorgemaßnahmen und Früherkennung über die Diagnostik, die medizinische Behandlung bis hin zur Rehabilitation. ​Um eine wissenschaftliche Fragestellung aus einem Vorschlag ableiten zu können, sind genauere Angaben zum Thema nötig: Wie lautet das Thema bzw. das Verfahren und bei welcher Krankheit soll es wirken? Welche offenen Fragen soll ein HTA-Bericht Ihrer Meinung nach beantworten. Warum ist das Thema für Sie wichtig und was soll ein HTA-Bericht bewirken? Außerdem ist Platz für Hintergrundinformationen und Quellenangaben. Ihr Thema können Sie über ein Internet-Formular vorschlagen. Den Zugang zum Vorschlagsformular erhalten Sie nach Angabe einer E-Mail-Adresse. In einem zweistufigen Auswahlverfahren werden aus den eingegangenen Vorschlägen die Themen bestimmt, zu denen HTA-Berichte erstellt werden.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Grundsätzlich werden alle Themen, zu denen sich eine wissenschaftliche Fragestellung formulieren lässt, in die öffentliche Themenliste beim ThemenCheck Medizin aufgenommen. Einmal pro Jahr startet das IQWiG eine zweistufige Themenauswahl: Aus den Vorschlägen in der Themenliste ermittelt das Institut pro Jahr bis zu fünf Themen, die für die Patientenversorgung in Deutschland besonders bedeutsam sind. Dabei wird sowohl die Bürger- und Patientensicht als auch die wissenschaftliche Perspektive mit einbezogen. Alle, die ein Thema vorgeschlagen haben, erfahren per E-Mail von den Ergebnissen der Themenauswahl. Im Jahr 2016 startet die erste Themenauswahl nach einer verkürzten Vorschlagsphase von drei Monaten. Die Arbeit an ersten HTA-Berichten soll dann Mitte 2017 beginnen. Mit den ersten HTA-Berichten ist im Jahr 2018 zu rechnen.

Wozu trägt die Forschung bei?

Für einen HTA-Bericht, eine Bewertungen von Gesundheitstechnologien, wird die wissenschaftliche Literatur zu den Fragen der Bürgerinnen und Bürger recherchiert. Die Forschungsergebnisse werden zusammengefasst, bewertet und mit Handlungsempfehlungen veröffentlicht. In den HTA-Berichten werden stets Nutzen und Schaden eines medizinischen Verfahrens bewertet. Darüber hinaus werden auch, abhängig vom jeweiligen Thema, seine ökonomischen, ethischen, rechtlichen, sozialen und organisatorischen Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung von Patientinnen und Patienten berücksichtigt. Die HTA-Berichte umfassen nicht nur die wissenschaftliche Bewertung, sondern immer auch einen Teil, in dem die Antworten auf die Fragen des Berichts allgemeinverständlich dargelegt werden. Über die Ergebnisse wird auch auf Gesundheitsinformation.de berichtet. Die HTA-Berichte leitet das IQWiG an Institutionen in Deutschland weiter, die z. B. über die Leistungen und Struktur des Gesundheitswesens entscheiden. Auf diese Weise sollen die Ergebnisse von HTA-Berichten direkte Auswirkungen auf die Patientenversorgung im deutschen Gesundheitswesen haben, z. B. bei Behandlungsentscheidungen im Gespräch von Patient und Arzt oder auch bei Systementscheidungen von Selbstverwaltung und Politik.

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