Wie isst man 2000 Watt?

 Radolfzell, Deutschland
Der Lebensmittelverschwendung auf der Spur!

Projektinformationen

Lebensmittelrettung, Ernährung, Klimawandel, Klima, Umwelt

Kontakt

Sigrid Alexander
sigrid_alexander [at] mac.com

Institution

Naturschule Region Bodensee e.V.
Plattform Nachhaltiges Lernen
Projektzeitraum ab: 
14.09.2015
Zielgruppe: 
Geeignet für Schulklassen: 

Ort

Radolfzell, Deutschland
technischer Anspruch: 
Analoger Typ
Weitere Informationen: 
Die Naturschule Region Bodensee e.V. und ihre ehrenamtliche „Plattform Nachhaltiges Lernen“ sind aktiv, kleine und große Lernende aus städtischem und ländlichem Umfeld über verschiedene Angebote zu erreichen. So findet in den letzten Jahren eine wachsende Kooperation mit weiteren nachhaltig Engagierten in- und außerhalb des Landkreises Konstanz statt. Unserem Motto „Lernen durch Begeisterung“ folgend, stellen wir Leuchttürme nachhaltigen Lebens und deren Promotoren vor. Auf diese Weise erhalten Menschen für ihre unterschiedlichen Wirkungsbereiche Anregungen, die im Schneeballsystem an neuen Orten ausprobiert und weiterentwickelt werden können.

Worum geht es in dem Projekt konkret?

Aktuelle Studien ergeben, dass rund 1/3 der Lebensmittel im Müll landen. Lebensmittel werden aber mit erheblichem Energie-Aufwand von den Höfen produziert sowie von ihren nachgelagerten Stellen wie z. B. der Mühle, Bäckerei und Gastronomie verarbeitet, transportiert und gelagert. Der hier entstehende „ökologische Fußabdruck“ kann z. B. in der Energieeinheit „Watt“ dargestellt werden: so benötigt eine durchschnittliche Lebensweise in Deutschland ca. 6000 Watt. Probleme wie der Klimawandel und eine globale Gerechtigkeit fordern aber auf, eine sogenannte „2000 Watt-Gesellschaft“ zu gestalten. Daher will unser Projekt dieser Lebensmittelverschwendung in Radolfzell auf die Spur kommen, um mit der kreativen Vermeidung von Lebensmittelverlusten einen Beitrag zum 2000 Watt-Ziel zu leisten. Dazu binden wir Auszubildende ein und freuen uns sehr über die Teilnahme weiterer interessierter Bürgerinnen und Bürger. So wirkt das Projekt durch seine Vernetzung auch der Entfremdung von Land- und Stadtbevölkerung konstruktiv entgegen, die zunehmend weniger voneinander wissen und miteinander Kontakt haben.

Wie können Bürger mitforschen?

Auf Basis eines spezifisch für Radolfzell derzeit in Erarbeitung befindlichen Datenbogens werden die Lebensmittelabfälle erfasst: Auszubildende beginnen damit in ihrem Lehrbetrieb bzw. zuhause. Im nächsten Schritt erforschen sie auf einem Hof den Werdegang von als „ugly fruits“ oder „Missfits“ bezeichneten, nicht den Marktnormen entsprechenden Früchten, vom Feld bis ins Lager. In der Lehrküche erproben sie dann die Verarbeitung zu köstlichen „Krummes Gemüse “-Gerichten. Alle 3 Phasen ergeben neue Informationen über die Zusammenhänge von Lebensmittelverschwendung und Lebensmittelrettung.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Sobald entsprechend große Datensätze gesammelt sind, werden diese zusammen mit einer Forschungseinrichtung für Nachhaltigkeit ausgewertet. Die Ergebnisse werden über Websites, Artikel in der Tageszeitung sowie Fachpublikationen öffentlich zugänglich gemacht. Außerdem soll die Auswertungen der Daten auch zu praktischen Anregungen führen, die im Schneeballprinzip von den Azubis in die Lehrbetriebe, von den Höfen an ihre Abnehmer, von der Stadtverwaltung an weitere Multiplikatoren, u. s. w., einer größeren Öffentlichkeit zugänglich werden. So gehen von einem kleinen Impuls konstruktive Bewegungen aus.

Wozu trägt die Forschung bei?

Die Stadt Radolfzell hat sich dem oben genannten Ziel einer 2000 Watt-Gesellschaft verschrieben. Doch die Gestaltung einer ressourcenschonenden Gesellschaft stagniert. Abstrakte Begriffe wie „2000 Watt“ bedürfen der konkreten Übersetzung in den Alltag der Bürgerinnen und Bürger. Unser Forschungsprojekt erarbeitet praktikable Möglichkeiten, Energie zu sparen und die Umwelt zu schonen.

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