Tagfalter-Monitoring Deutschland (TMD)

 ortsunabhängig
Spazieren gehen für die Wissenschaft – eine Volkszählung für Schmetterlinge

Projektinformationen

Schmetterlinge, Insekten, Naturschutz, Crowdsourcing, Biodiversität

Kontakt

Elisabeth Kühn, Reinart Feldmann
tagfalter-monitoring [at] ufz.de

Institution

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ
Projektzeitraum ab: 
01.04.2014
Zielgruppe: 
Geeignet für Schulklassen: 

Ort

ortsunabhängig
Tätigkeiten: 
technischer Anspruch: 
Analoger Typ
Weitere Informationen: 
Seit 2005 wird die Zählung jährlich von April bis September einmal pro Woche durchgeführt.

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Worum geht es in dem Projekt konkret?

Ziel ist es, mehr über die Situation der Tagfalter in Deutschland zu erfahren. Welche Arten werden seltener, welche breiten sich aus und welche Aussagen lassen diese Trends für die Biodiversität insgesamt zu? Durch die kontinuierliche Mitarbeit der vielen Freiwilligen entstehen Datensätze, mit denen die Situation zahlreicher Arten erstmals fundiert beurteilt werden kann und es ergeben sich neue Erkenntnisse über deren Biologie. Da Insektenpopulationen natürlicherweise starken jährlichen Schwankungen unterliegen, können statistisch abgesicherte Aussagen zur Bestandsentwicklung erst nach einer Reihe von Jahren getroffen werden. Entsprechende Langzeitstudien gibt es nur wenige, da sie anspruchsvoll in der Organisation und der Finanzierung sind. Die Einbindung vieler engagierter Laien macht den Erfolg des TMD aus.

Wie können Bürger mitforschen?

An dem Projekt „Tagfalter-Monitoring Deutschland“ kann sich jeder beteiligen, der Freude daran hat, in der Natur unterwegs zu sein und etwa 1-2 Stunden Zeit pro Woche erübrigen kann. Die Zählung der Tagfalter erfolgt entlang festgelegter Strecken, der sog. Transekte. Ein Transekt ist eine lineare Strecke durch einen Landschaftsausschnitt, entlang derer nach einer definierten Methode Tagfalter gezählt werden. Das Transekt sucht sich jeder, der künftig Tagfalter zählen möchte, selber aus. Wir empfehlen, eine Strecke auszuwählen, die möglichst gut zu erreichen ist, denn die Zählung sollte mindestens 10-mal in der Saison von April bis September, besser aber wöchentlich, durchgeführt werden. Ein Transekt muss nicht in einer besonders schmetterlingsreichen Umgebung liegen, da wir ja insbesondere wissen wollen, wie es um die Falter in der “Normallandschaft“ bestellt ist. Häufig ist der übliche Spazierweg eine gute Wahl. Das UFZ als Koordinator des Projektes stellt eine ausführliche Anleitung zur Verfügung und hilft bei der Einrichtung der Zählstrecken, steht bei Fragen zur Verfügung und unterstützt die Zähler per Email oder Telefon. Es ist keine spezielle Ausstattung nötig, ein gutes Bestimmungsbuch und ein Kescher sind jedoch empfehlenswert.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Die von den Transektzählern erhobenen Daten können direkt Die von den Transektzählern erhobenen Daten können direkt Online in die Datenbank eingegeben werden. Wer keinen Internetzugang hat, kann die Daten auch als Papierbögen direkt an das UFZ senden. Die Daten werden am UFZ ausgewertet und die Jahresberichte als gedruckte Broschüren an alle Transektzähler verschickt. Die Berichte stehen zudem auf der Projekt-Homepage www.tagfalter-monitoring.de zum Herunterladen zur Verfügung.

Wozu trägt die Forschung bei?

Obwohl die Tagfalter eine sehr gut untersuchte Insektengruppe sind, weiß man bundesweit nicht genug über die Bestandssituation und -entwicklung der 146 heimischen außeralpinen Arten. Häufig kann man nur vermuten, warum bestimmte Tagfalterarten aus einem Gebiet verschwinden oder man bemerkt nicht einmal deren Verschwinden. Das gleiche gilt für Arten, die ihr Areal ausdehnen bzw. bei uns neu einwandern. Eine bundesweite, kontinuierliche Bestandsaufnahme vieler Arten, das so genannte Monitoring, kann hier eine ganz neue Wissensbasis über die Entwicklung von Tagfalterbeständen liefern. Forschungs- und Naturschutzprojekte können auf diesen Daten aufbauen.

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