Insekten Sachsen

 ortsunabhängig
Mach mit bei der Entdeckung der großen Vielfalt kleiner Arten!

Projektinformationen

Insekten, Artbestimmung, Biodiversität, Naturschutz, Sachsen

Kontakt

Dr. Matthias Nuß
matthias.nuss [at] nabu-sachsen.de

Institution

Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt, Naturschutzfonds
Arbeitskreis Entomologie im NABU Landesverband Sachsen e. V.
Projektzeitraum ab: 
01.03.2011
Zielgruppe: 

Ort

ortsunabhängig
Tätigkeiten: 
technischer Anspruch: 
Analoger Typ
Projektwebsite: 

Worum geht es in dem Projekt konkret?

„Insekten Sachsen“ ist eine Onlineplattform, auf welcher Wissen zur Artbestimmung, zur Lebensweise, zum Vorkommen und zur Bestandssituation der schätzungsweise 25.000 Insektenarten in Sachsen zusammengetragen wird. Aufgrund der hohen Artenvielfalt ist es erwünscht, dass sich möglichst viele Leute an dieser Arbeit beteiligen, denn selbst so wird es noch Jahre dauern, bis die meisten Insektenarten erfasst sein werden. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt im Erfassen von Insektenbeobachtungen. Die Funde können direkt mittels Smartphone oder später vom Computer gemeldet werden. Auf diese Weise bauen Bürger und Wissenschaftler gemeinsam ein Informationssystem über die sächsischen Insekten auf.

Wie können Bürger mitforschen?

Jeder, der Insekten in Sachsen beobachtet, fotografiert und die Arten bestimmt, kann seine Ergebnisse auf „Insekten Sachsen“ mitteilen. Zunächst kann eine Beobachtung, belegt mit einer Foto-, Audio- oder Videodatei, gemeldet werden. Es wird beispielsweise unterschieden, ob eine Art mit bloßem Auge im Freiland, mit einer guten Lupe oder aber erst nach Präparation unter dem Stereomikroskop bestimmt werden kann. Auf diese Weise kann jeder Mitmachende einschätzen, ob er die Voraussetzung für die Bestimmung einer Art erfüllt, oder aber, ob er diese Voraussetzungen erreichen möchte, um so eine größere Anzahl von Arten sicher bestimmen und melden zu können. Jährlich findet jeweils im Frühjahr und im Herbst ein Workshop statt, auf denen alle Mitmachenden herzlich willkommen sind, Erfahrungen auszutauschen, Kenntnisse zur Insektenbestimmung zu erweitern und eigene Vorschläge zur Weiterentwicklung des Projektes einzubringen.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Die mitgeteilten Beobachtungen werden von einem Spezialisten geprüft, wobei die angehängten Multimediadateien die Überprüfung der Artbestimmung ermöglichen. Im Ergebnis der Prüfung kann eine Fundmeldung freigegeben oder abgelehnt werden, oder aber der Spezialist richtet sich mit Rückfragen an den Melder. Ist eine Fundmeldung freigegeben, erscheint sie mit dem Namen des Melders und dem Jahr der Fundmeldung in der interaktiven Karte der jeweiligen Art. Darüber hinaus geht das Datum der Meldung in das Phänogramm der betreffenden Art ein, welches das Auftreten der verschiedenen Entwicklungsstadien einer Insektenart (Ei, Larve, Puppe, Imago) anzeigt. Aussagefähige Multimediadateien aus den Fundmeldungen werden von den Spezialisten bei den Artsteckbriefen und in der Bestimmungshilfe eingebunden und tragen so dazu bei, die Insektenarten anhand dieser Informationen zu bestimmen.

Wozu trägt die Forschung bei?

Insektenarten reagieren sehr empfindlich auf Änderungen von Umweltbedingungen. So können beispielsweise die pflanzenfressenden Larven von Schmetterlingen verschwinden, obwohl sich ihr Lebensraum für uns augenscheinlich nicht verändert hat und die Nahrungspflanzen für die Tiere noch vorhanden sind. Andere Arten werden über den globalen Handel als blinde Passagiere eingeschleppt und etablieren sich ungewollt in unserer Natur. Und wieder andere Art breiten sich aus dem Süden nach Norden aus, weil sich das Klima verändert. All diese Dinge zu erforschen ist nur möglich, wenn wirklich viele Daten über unsere heimischen Insektenarten regelmäßig zusammengetragen werden. Wird eine Art seltener oder häufiger, verschiebt sich ihr zeitliches Auftreten im Jahresverlauf? Gibt es lokale Besonderheiten in ihrer Lebensweise? Die Daten werden für die Erstellung Roter Listen herangezogen, welche die Bestandssituation der Arten einschätzen. Außerdem finden die Daten über das Vorkommen der Arten Eingang in naturschutzfachliche Planungen.

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