BrotZeit

 Kärnten, Österreich
Regionales Erfahrungswissen im Dialog

Projektinformationen

Brot, Traditionen, Backen, Kärnten

Kontakt

Andrea Sieber
Andrea.Sieber [at] aau.at

Institution

Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Bildungszentrum Lesachtal, HLW Hermagor, Kärntner Medienzentrum für Bildung und Unterricht, Gemeinde Lesachtal, Forum Synergies, Mühlenverein Maria Luggau, Kulturlandschaftsverein Lesachtal, Öst. UNESCO-Kommission
Projektzeitraum ab: 
01.01.2015 bis 30.06.2017
Zielgruppe: 
Geeignet für Schulklassen: 

Ort

Kärnten, Österreich
Tätigkeiten: 
technischer Anspruch: 
Analoger Typ

Worum geht es in dem Projekt konkret?

Im Projekt BrotZeit geht es uns darum, mit lokalem Wissen zur Herstellung von Brot – von der Saat bis zum fertigen Laib – nicht nur handwerkliche Fähigkeiten, sondern auch kulturelle Nachhaltigkeit zu vermitteln. Haben Sie schon einmal etwas vom Lesachtaler Brot gehört? Oder es vielleicht sogar probiert? Im Lesachtal, ein eher schwer erreichbares Hochtal, war die Selbstversorgung schon immer lebenswichtig. So entstand eine vielfältige Kultur der Brotherstellung mit eigenen Mühlen und einem großen Wissen rund um das Naturprodukt „Brot“. Noch heute backen viele Haushalte ihr eigenes Lesachtaler Brot, nach jeweils eigenen Rezepten und Traditionen. Da verwundert es nicht, dass die UNESCO die Lesachtaler Brotherstellung zum „immateriellen Kulturerbe“ erkoren hat. In unserem Projekt stellen wir gemeinsam Lesachtaler Brot her, binden dabei das Wissen von unseren Großmüttern und Vorvätern mit ein und fragen, welche Bedeutung das Brot und seine Herstellung gestern und heute hatten und haben. Was hat sich verändert? Lebendige Traditionen verändern sich im alltäglichen Handeln, sie integrieren Neues und Fremdes, wandeln sich mit den Lebensumständen und entstehen dadurch immer wieder neu. Uns interessiert besonders: Wie wird das lokale Wissen zur Herstellung von Brot weitergegeben? Wie werden alte Traditionen heute gelebt, wie werden sie fortgeführt oder auch verändert? Welche Bedeutung haben sie für die lokalen Gemeinschaften? Dabei vollziehen wir sinnlich und handelnd tradierte Tätigkeiten und Erfahrungen nach und treten in Dialog mit Trägern und Trägerinnen des lokalen Wissens rund ums Lesachtaler Brot.

Wie können Bürger mitforschen?

Junge und ältere Generationen treffen sich zum Austausch über Traditionen des Brotbackens und zum gemeinsamen Lernen über die kulturelle Bedeutung des Brotes. Um die Traditionen zur Lesachtaler Brotkultur zeitgemäß und zukunftsgerecht darzustellen, ohne dass kulturelle und lokale Eigenheiten verloren gehen, entwickeln wir – gemeinsam mit den lokalen AkteurInnen – neue Formen der Vermittlung und Darstellung. Beteiligen Sie sich an unserem Projekt, indem Sie bei Schreibaufrufen (Berichte schreiben, Fotos und Filme sammeln) mitmachen, in Erzählcafes von Ihren Erfahrungen berichten, bei Aktionstagen (Re-Enactment) mitwirken, als InterviewpartnerInnen bei ZeitzeugInnen-Interviews teilnehmen und sich beim Auswerten von Interviews und Fotos/Filmen beteiligen.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Wir sammeln und analysieren die Daten gemeinsam mit SchülerInnen und bereiten sie in Form von vielfältigen Medienprodukten (Trickfilmen, Dokumentarfilmen, Ausstellungen, Apps ...) und Performances (Songs, Slam) auf. Die ZeitzeugInnen-Interviews stehen zukünftig in der Dokumentationsstelle für lebensgeschichtliche Aufzeichnungen in Wien allen Interessierten zur Verfügung: http://www.menschenschreibengeschichte.at/

Wozu trägt die Forschung bei?

Unsere Forschung sichert Erfahrungswissen und überführt es in neue Formen der multimedialen Darstellung, so dass das immaterielle Kulturerbe Brot und das Wissen um seine Herstellung nicht nur zukünftigen Generationen, sondern auch schon heute allen interessierten Menschen in interaktiven und lebendigen Darstellungsformen zur Verfügung stehen.

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