Nachgeforscht bei Doreen Walther vom Mückenatlas

Foto: Angela Moore, CC BY-NC-ND 2.0

In unserer Reihe Nachgeforscht erkunden wir die Citizen-Science-Projekte auf unserer Plattform. Wir stellen eine Projektinitiatorin oder einen Projektinitiator vor und sprechen über ihre/seine Ideen, wie sie Wirklichkeit wurden und worauf es beim Mitforschen  ankommt. Diesmal mit der Entomologin Doreen Walther.

Doreen Walther ist zusammen mit Helge Kampen Mitinitiatorin des Projektes Mückenatlas und forscht am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung u.a. zu blutsaugenden Mückenfamilien.

Wo sind Sie zum ersten Mal mit Citizen Science in Berührung gekommen und was hat Sie bewegt, dabei zu bleiben? 

Das war 2012 bei der Vorstellung des Projektes – wir wussten bis dato nicht, dass es sich um ein Citizen-Science-Projekt handelt.  Die Möglichkeit, mit Bürgern in Kontakt zu kommen macht die Arbeit immer sehr spannend.

Wie kam Ihnen die Idee zu Ihrem Projekt? Und warum wollen Sie Bürgerbeteiligung?

Die Idee kam aus dem methodischen Arbeitsansatz heraus, Mitwirkende für aktuelle Forschungsansätze zu finden und bestehendes Interesse in der Bevölkerung zu nutzen.
Wir wollen Bürgerbeteiligung, weil sie die Gesellschaft in verschiedenen Punkten involviert, z.Bsp. in der Kommunikation, Aufklärung, Bildung etc. Außerdem unterstützt Bürgerbeteiligung unsere Forschungsansätze.

Worum geht es in Ihrem Projekt?

Interessierte Bürger schicken Mücken aus ihrem Umfeld zur Bearbeitung an die Wissenschaftler.

Womit ringen Sie in Ihrem Arbeitsalltag am meisten?

Zeit für mich persönlich zu finden.

Mal ehrlich: Gab es auch Fehlversuche oder Enttäuschungen? Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

Kaum etwas. Ich würde von Anfang an eine Förderung beantragen. Aber wenn Fördertöpfe fehlen oder Forschungsgebiete sich im Aufbau befinden, ist es schwierig diese zu erhalten.

„Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden will“, weiß Galileo Galilei. Und darüber hinaus? – Was sind die 3 wichtigsten Eigenschaften, um bei dem Projekt mitzumachen?

Die Bürger brauchen: Interesse an der Forschung, Naturbewusstsein und keine Angst vor Krabbeltieren.
Das Projekt bringt: Bildung, Aufklärung, Wissenszuwachs.

Gummistiefel und Fernglas, Toolkit oder App – wie technisch versiert sollten Ihre Mitforscher sein? Was kann man in Ihrem Projekt dazulernen?

Die Mitforscher brauchen keine spezielle technische Ausrüstung, ein Blick für die Biodiversität und das eigene (Gesundheits-)Bewusstsein reicht. Da jede Einsendung eine persönliche Rückantwort erhält, kann viel über die Biologie und Ökologie der einheimischen Stechmücken gelernt werden.

Ihr schönster Citizen-Scientist-Moment – wie war der? Was war der größte Erfolg der gemeinsamen Forschung?

Täglich neu! Jede einzelne eingesendete Mücke erzählt eine Geschichte!
Ein spannendes Beispiel war der erste Nachweis der invasiven Asiatischen Buschmücke über den Mückenatlas aus NRW.

Wo kann man Ergebnisse Ihres Projektes sehen?

Auf www.mueckenatlas.de und in zahlreichen Publikationen.